#6 Corona Monitor

#6 Wie das Corona-Virus unser Verhalten beeinflusst

Auch in der 6. Befragungswelle ist die Mediennutzung ungebrochen hoch und damit weiterhin signifikant höher als vor der Coronakrise. Besonders die unter 30-Jährigen zeigen starke Zuwächse in der Mediennutzung. Gleichermaßen sinkt jedoch das bisher dominierende Interesse an dem Thema Corona und der Wunsch nach Ablenkung durch andere Themen wächst – entsprechend positiv wird die Initiative der Medienpartner für die Bundesliga wahrgenommen.

Und wird der Mensch nach Corona besser? Die Befragten sind sich sicher, dass sie Post-Corona einen feineren Blick für das Wesentliche haben.

Interesse an Corona sinkt

Auch in Woche 6 des Corona Monitors liegt eine deutlich erhöhte Mediennutzung gegenüber der Zeit vor der Krise vor. Allerdings ist diese, wie bereits in der Vorwoche, für die meisten Kanäle leicht rückläufig. Vor allem das Interesse an Neuigkeiten zur Krise selbst scheinen zu sinken. Während am Anfang der Krise 17 Prozent angaben, sich stündlich zu informieren, ist dieser Wert nun auf 2 Prozent gesunken und der Mehrheit genügt es, sich 1-2 Mal am Tag zu informieren. 19 Prozent informieren sich noch seltener und 4 Prozent versuchen Informationen zu Corona ganz zu vermeiden.

U30 mit überproportionalem Anstieg und der Suche nach Unterhaltung

Vor allem die Gruppe der unter 30-Jährigen verzeichnet einen starken Anstieg der Mediennutzung in allen Kanälen, da sie von der Einschränkung eines sozial aktiven Lebensstils stark betroffen ist. Hier wird verstärkt Unterhaltung durch Streaming, Social Media, Computerspiele oder über Datingportale gesucht. Während die Gesamtbevölkerung sich in erster Linie wieder auf das Treffen mit Freunden und Familie freut, sehnt sich die U30-Gruppe überproportional nach Reisen (55%), Stadtbummel (39%), dem Fitnessstudio (39%) und auch dem Arbeitsplatz (26%).

Wenig Vertrauen in News durch soziale Medien

Auch die Nutzung der Sozialen Medien ist während der Krise stark angestiegen; wenn auch der Wert im Vergleich zur Vorwoche gesunken ist. Nachrichten über die Sozialen Kanäle werden skeptisch beäugt und nur 24 Prozent vertrauen diesen. Bei den jüngeren 14-29-Jährigen liegt das Vertrauen mit 38 Prozent deutlich höher als bei den Ü30-Jährigen mit nur 20 Prozent.

Ablenkung von Corona erwünscht – auch in der Werbung

Nach wie vor wünschen sich die Deutschen eine objektive Berichterstattung über Corona (31%), aber auch Ablenkung/etwas Positives (12%), nicht über Corona (11%) und weniger Panikmache (8%) sind gewünscht. 45% wünschen sich auch in der Werbung Normalität; die Unterstützung für Werbung mit Corona-Bezug sinkt zudem im Vergleich zur Vorwoche von 19% auf 12%.

Unterstützung für die Bundesliga

Fast alle Medienpartner der DFL haben sich kürzlich geeinigt, Vorauszahlungen für die Clubs zu leisten, damit diese nicht pleitegehen. 68 Prozent der Bundesliga-Zuschauer haben von dieser Initiative gehört und befürworten diese. 29 Prozent würden ihre bereits erworbenen Tickets spenden oder eine Entschädigung in Form eines Gutscheins erwarten (36%). 35 Prozent erwarten ihr Geld zurück.

Das Leben wird digitaler

Die letzten 6 Wochen haben das Leben digitalisiert. Die Zeit zu Hause hat Menschen dazu gebracht, die Möglichkeiten des digitalen Lebens stärker für sich zu nutzen. Sowohl bei Streaming, Online-Shopping, Kommunikation als auch bei Bank und Börsengeschäften oder Lieferdiensten ist die Nutzung stark angestiegen. 88 Prozent glauben, dass Online-Shopping auch in Zukunft wichtig bleibt. Auch Online-Events wurden durch Corona stärker genutzt. 27 Prozent haben bereits ein Online-Event besucht, wobei vor allem Weiterbildung, Konzerte und Fitness am beliebtesten sind. Auch digitales Lernen schreitet voran: 68 Prozent der Schüler sind technisch gut ausgestattet und können problemlos am digitalen Unterricht teilnehmen. Von den Azubis halten nur 28 Prozent ihre Ausbildungsstätte für gut vorbereitet auf die Arbeit mit digitalen Medien.

Das Hamstern hat ein Ende

40 Prozent der Befragten räumen ein, während der Krise gehamstert zu haben. Vor allem Drogeriebedarf (67%), Reis/Nudeln (51%), Konserven (49%) und Getränke (35%) wurden gehamstert. Allerdings kaufen nur noch 12 Prozent der Menschen weiterhin mehr ein als vor der Krise und 57 Prozent gehen bereits wieder an die aufgebauten Vorräte.

Noch kein Ansturm auf lokale Geschäfte

Trotz der Lust auf Stadtbummel blieb der Ansturm auf die Geschäfte nach den ersten Lockerungen aus. 63 Prozent waren bisher immer noch nicht in einem stationären Laden. Auch gibt es Anzeichen von steigender Kaufzurückhaltung: so steigt der Anteil der Käufer, die bspw. den Kauf von Kleidung bis nach der Krise aufschieben wollen innerhalb von 2 Wochen von 22% auf 31%. Beim Autokauf stieg hingegen der Anteil der Menschen, die auch während der Krise kaufen würden von 17% auf 25%. 45 Prozent der Befragten würden eine staatliche Unterstützung als Grund für einen Autokauf sehen. Nach der Krise möchten stolze 72 Prozent darauf achten, lokale Händler und regionale Produkte stärker zu unterstützen.

Home Office ist angekommen

Vielen Menschen hat die Krise erstmalig die Arbeit im Home Office nähergebracht. Aktuell ist der Anteil der Menschen im Home Office bei 49 Prozent stabil. 88 Prozent der Arbeitgeber der Befragten haben durch die Corona Maßnahmen wie Hygieneregeln, Home Office, virtuelle Meetings oder Maskenpflicht ergriffen. 64 Prozent der Befragten sind mit den Maßnahmen der Arbeitgeber zufrieden und nur 13 Prozent nicht.

 

Den kompletten Havas Media Corona Monitor #6 können Sie kostenfrei hier lesen und herunterladen.

Zum 1. Report vom 23.03.2020.

Zum 2. Report vom 30.03.2020.

Zum 3. Report vom 06.04.2020.

Zum 4. Report vom 20.04.2020.

Zum 5. Report vom 27.04.2020.

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