#8 Corona Monitor

#8 Wie das Corona-Virus unser Verhalten beeinflusst

Medien und Corona – es ist eine Liebesgeschichte. Die verstärkte Nutzung pendelt sich ein und vor allem für Jüngere erfahren Medien einen langfristigen Bedeutungszuwachs.

Eine Zukunftsprognose aus Konsumentensicht? Zunächst gilt Bescheidenheit: Zusammensein steht an oberster Stelle der Wunschliste. Etwas weniger Geld wird ausgegeben, aber mit Fokus auf regionale und kleine Händler.

Unser Fazit nach 8 Wellen Havas Media Corona Monitor: Es hat sich viel getan in der Mediennutzung, aber auch in Bezug auf Konsumwünsche, Einstellungen, Ängste und Pläne der Konsumenten. Wir wagen aber die Prognose, dass viel Gutes bleibt, sei es der Bedeutungszuwachs für Medien, das Ausprobieren neuer Dinge oder der Fokus auf Regionales und das Wesentliche im Leben.

Binge-Watching bei Jungen und News für die Alten

Medien stehen immer noch hoch im Kurs – konsumiert wird weiterhin mehr als zuvor. Trotz stagnierendem Infobedürfnis stehen News vor allem bei Älteren hoch im Kurs. Jüngere stehen stattdessen auf Serien und Shows; 71 Prozent binge-watchen dabei am liebsten mehrere Folgen am Stück. Insbesondere bei den 14-29-Jährigen hat sich die Bedeutung von Medien nachhaltig verändert: Heute sind diese für 53 Prozent wichtiger als vor Corona. 48 Prozent der Befragten geben an, dass Medien für sie auch langfristig ohne Corona aufgrund der aktuellen Situation eine höhere Bedeutung haben werden.

Rückkehr ins Büro nicht von jetzt auf morgen

Die Mehrheit der Befragten freut sich nach nunmehr zwei Monaten im Home Office wieder auf den Schreibtisch im Büro. 62 Prozent würden freiwillig die Möglichkeit nutzen, ins Büro zurückzukehren. Aber es gibt auch Gründe gegen die Rückkehr: Rund 80 Prozent finden, dass arbeiten von zu Hause genauso gut funktioniert wie im Büro. Bei der Generation 50+ herrscht darüber hinaus bei zwei Dritteln die Angst vor Ansteckung. Jeden Dritten schreckt die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ab.

Corona Lockerungen? Erst zum Friseur, dann ins Fitnessstudio und anschließend im Restaurant oder Café entspannen.

In Bezug auf die Lockerungen herrscht Uneinigkeit. Doch eins ist für alle Befragten klar: Als erstes geht es zum Friseur. Bereits 15 Prozent haben sich einen neuen Haarschnitt verpassen lassen. Lediglich 26 Prozent wollen vorerst auf den Friseurbesuch verzichten. An zweiter Stelle steht der Sport – vorerst aber erst einmal outdoor. Als bekannt wurde, dass Fitnessstudios und Sportvereine wieder öffnen dürfen, war die Vorfreude darauf zwar zwischenzeitlich stark angestiegen, doch nun bremsen Regeln die Vorfreude erneut. Nach Bekanntgabe der Regeln und Beschränkungen, unter denen ein Training im Fitnessstudio oder in den Vereinen möglich sei, sinkt die Vorfreude wieder drastisch ab. Nur noch 26 Prozent freuen sich trotz eingeschränktem Angebot, hohen Hygieneauflagen und bürokratischen Ablaufprozessen auf das Training im Fitnessstudio. So bleibt es für die Mehrheit der Befragten wohl erst einmal beim Sport an der frischen Luft.

In Betracht aller Bereiche, die von den Lockerungen betroffen sind, ist die Vorfreude auf Café- und Restaurantbesuche am größten. Erstaunlich dabei: Der Anteil der Befragten, die den Besuch erstmal ablehnen, ist fast genau so hoch wie der Anteil der Befragten, die sich das Speisen außer Haus in den nächsten Wochen gut vorstellen können (42% vs. 45% für Restaurants und 38% vs. 44% für Cafés). Abstand zum Nachbartisch, die Hygiene des Lokals und optimalerweise ein Platz im Außenbereich spielen bei der Wahl des Restaurants immer noch eine große Rolle. Ein Viertel der Befragten möchte den Restaurantbesuch einfach nur genießen.

Mehr Zulauf im stationären Handel – trotz Maskenpflicht

So langsam traut sich die Bevölkerung wieder in die Läden. Der Anteil der Befragten, die seit den Öffnungen in noch keinem Geschäft waren, fiel von 63 Prozent in Befragungswelle 6 auf nun 47 Prozent. Überdurchschnittlich beliebt sind weiterhin Baumärkte. Auf Platz zwei und drei folgen Bekleidungsgeschäfte und Elektromärkte. Generell erfahren alle Geschäfte – unabhängig von der Kategorie und der angebotenen Produktpalette – mehr Zulauf. Mit der Maskenpflicht werden die Deutschen dagegen nicht warm; im Gegenteil: Der Anteil der Befragten, die das Tragen der Maske als unangenehm empfindet und dies als einen der Gründe nennt, nicht im lokalen Einzelhandel einkaufen zu gehen, stieg auf 32 Prozent.

Fokus auf Regionales und das Wesentliche im Leben

Die Corona-Krise hat viele Menschen dazu gebracht, nachzudenken und einige Dinge anders zu sehen als zuvor. Für die Befragten steht fest, dass der Virus uns weiter begleiten wird und die Politik den wirtschaftlichen Einbruch nur teilweise verhindern kann. Diese Unsicherheit bremst die Konsumlust. Die Folge: Die Deutschen fokussieren sich nunmehr lokal statt global. Statt globalem Denken in der Wirtschaft steht Nachbarschaftshilfe und die Unterstützung von kleinen und mittelständischen Unternehmen im Vordergrund – vor allem in der Region.

Im Zuge des Ausnahmezustands haben viele der Befragten neue Aktivitäten für sich entdeckt. Bleiben soll das kreative Arbeiten und Werken zu Hause sowie öfter zu Hause zu kochen und neue Sachen in der Küche auszuprobieren.

 

Den kompletten Havas Media Corona Monitor #8 können Sie kostenfrei hier lesen und herunterladen.

Zum 1. Report vom 23.03.2020.

Zum 2. Report vom 30.03.2020.

Zum 3. Report vom 06.04.2020.

Zum 4. Report vom 20.04.2020.

Zum 5. Report vom 27.04.2020.

Zum 6. Report vom 04.05.2020.

Zum 7. Report vom 11.05.2020.

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